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Briefinhalte 4 |
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Fritz Schmelz ... Im alten Musikkorps geht es jetzt ziemlich durcheinander, nachdem Hermann Wismer fort ist. Sehr schade, war
doch ein Pfunds Musikkorps. Strangfeld ist seit gestern Zugführer in meiner 6. Komp.. Lothar Münchow wird wohl der nächste sein, der an die Front will. Jetzt leitet Baumgarten den Laden hier, denn Rich. Schieck sitzt noch in
Charkow und bewacht dort Sachen des Regts. Na, ich werde wohl bei ruhigen Zeiten mich des Musikkorps mal annehmen müssen. ... Der letzte Brief, den Irmgard Schmelz von Ihrem Mann erhielt, trug das Datum 7. 1. 1943. Erläuterungen |
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Die Fotos auf der Seite Fp-Ämter zeigen einen Teil der zurückgehaltenen Feldpost bei der Feldpostleitstelle der 6. Armee in Awdejewski im Januar 1943. Es hatte sich dabei ein Stau von über 100.000 Postsäcken angesammelt. Man muß sich das vorstellen: pro 2 – 3 Soldaten im Kessel ein Postsack! Und die Soldaten in Stalingrad haben sehnsüchtig auf jeden Brief, jeden Gruß und auf jedes Päckchen gewartet. Mein Vater, Feldwebel Walter Mewes,
geboren am 7. 1. 1914 in Oschersleben, gilt seit dem 7. 1. 1943, seinem 29. Geburtstag, als vermisst. Sein letztes Lebenszeichen war ein Brief vom gleichen Tag. Wir haben danach nie wieder etwas von ihm gehört. Die
Vermisstennachricht erhielt meine Mutter am Hochzeitstag. Hauptmann Fritz Schmelz, geboren am 30. 6. 1911 in Wuppertal-Barmen, geriet nach einem
Ausbruchsversuch aus dem Kessel gemeinsam mit Krey, Dr. Rox und Kaufhold am 2. oder 3. Februar 1943 in russische Gefangenschaft. Er ist am 29. 3. 1943 im Kriegsgefangenenlager Frolowo gestorben. Feldwebel Gerhard Strangfeld, geboren am 2. 4. 1914 in Wernigerode, wird seit 1. 1. 1943 in
Stalingrad vermisst. Feldwebel Heinrich Pröpper, geboren am 25. 7. 1914 in Neheim-Hüsten, gilt als vermisst seit dem
1. 1. 1943. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hat mitgeteilt, dass Meldungen von russischer Seite vorliegen, wonach er im Gefangenenlager Beketowka südlich von Stalingrad verstorben ist. Das war vermutlich im März oder
April 1943. Zahlmeister Herbert Kaufhold geboren am 24. 4. 1910 in Oschersleben, war nach einer Erkrankung
mit Lazarett-Aufenthalt noch Anfang Dezember in den Kessel eingeflogen worden. Er geriet ebenfalls in russische Gefangenschaft. Seine Spur verliert sich im Mai 1943. Er ist in russischer Kriegsgefangenschaft
verstorben. Auch Leutnant Richard Krey, geboren am
27. 6. 1921 in Rheine, geriet in russische Gefangen-schaft und starb am 13. 3. 1943 im Kriegsgefangenenlager Frolowo. Oberarzt Dr.Josef Rox, geboren am 20. 9. 1911 in Daseburg, im damaligen Kreis Warburg, ist
ebenfalls in russische Gefangenschaft geraten, kehrte aber im Januar 1950 daraus zurück. Er war der einzige Überlebende der Ausbruchsgruppe und konnte über die Schicksale von Schmelz, Kaufhold und Krey berichten. Musikmeister (Leutnant) Hermann Wismer erkrankte vor Stalingrad und kam in ein Lazarett. Er ist aus dem Krieg zurückgekehrt. Oberfeldwebel Hermann Baumgarten, geboren am 15. 1. 1916 in Kassel, ist seit dem 1. 1. 1943
vermisst. Feldwebel Lothar Münchow, geboren am 21. 7. 1916 in Schierke/Harz, gilt seit dem 2. 1. 1943
ebenfalls als vermisst. Oberfeldwebel Richard Schieck, der in Charkow verblieben war, kehrte aus dem Krieg zurück. Von den Angehörigen des Musikkorps, die in der Namensliste vom 27. 6. 1940 aufgeführt waren, sind, wie erwähnt, einige vorher kommandiert worden. Andere, wie
Ernst Pfannkuchen, Helmut Kreikemeier, Heinz Pöhlitz, Gilbert Haney und Fritz Tischer erkrankten an Gelbsucht und sind in Heimatlazarette gekommen. Sie haben den Krieg überlebt. Alle übrigen, die nicht in den Briefen erwähnt worden sind, werden nach Auskunft der Deutschen Dienststelle in Berlin in Stalingrad vermisst (z.T. ohne Angaben des
Ver-mißtendatums). Das sind: Feldwebel Gustav (Mucki) Klinder, geboren am 25. 11. 1912 in Pabsdorf, vermisst seit 27. 12.
1942. Von Feldwebel Wilhelm Kober, geboren am
16. 4. 1908 in Quedlinburg, gibt es kein genaues Vermißtendatum. Peter Kober, ohne weiteren Angaben. Unterfeldwebel Otto Neumann, geboren am 12. 12. 1913 in Stendal, wird vermisst seit dem 1. 1.
1943. Walter Winzer, ohne Dienstgradangabe, geboren am 30. 12. 1916 in Hohenroda, Kr. Delitzsch, wird vermisst seit 7. 1. 1943. Unterfeldwebel Bruno Jähme, geboren am 26. 4. 1919 in Bad Suderode, Kr. Quedlinburg, war
vermisst gemeldet seit 1. 1. 1943. Er ist aber 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt und 1994 verstorben. Hellmut Sauerbrey, ohne Dienstgradangabe, geboren am 30. 10. 1914 in Werder/Havel, ohne genaues
Vermisstendatum. Unteroffizier Heinrich Segner, geboren am 2. 11. 1919 in Wertheim/Main, wird vermisst seit dem
2. 1. 1943. Unteroffizier Theodor Seemann, geboren am 10. 6. 1918 in Oberrosenthal/Sudetenland, ver-misst
seit 29. 12. 1942. Auch über ihn hat der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes mitge-teilt, dass er aufgrund von Angaben von russischer Seite, wie Heinrich Pröpper, im Ge-fangenenlager Beketowka verstorben ist. Von Unteroffizier Werner Donisch, geboren
am 19. 4. 1915 in Berlin, ist bekannt, daß er am 9. 4. 1943 im Kriegsgefangenenlager Wolsk/Wolga verstorben ist. Feldwebel Oskar Greuel, geboren am 1. 1. 1914 in Roman/Pommern. Von ihm ist kein genaues
Vermisstendatum bekannt Unteroffizier Emil Bürger, geboren am 15. 5. 1907 in Slawianowo/Westpr., vermisst seit 1. 1. 1943.
Obergefreiter Karl Brumby, geboren am 24. 4. 1913 in Gerlebogk, Kr. Köthen, vermisst seit 31.
12. 1943. Obergefreiter Günter Hering, geboren am 21. 8. 1914 in Rogasen/Posen, gilt seit dem 1. 12. 1942
als vermisst. Unteroffizier Kurt Reppin, geboren am 22. 1. 1920 in Biederitz, vermisst seit 3. 1. 1943. |
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In allen mir bis heute bekannten Vermisstenmeldungen ist das Vermisstendatum handschriftlich eingesetzt worden. Das ist in dem Buch von Horst Zank „Stalingrad
– Kessel und Gefan-genschaft“ auch abgebildet. Der letzte Brief meines Vaters war vom 7. 1. 1943. Und das gilt auch als sein Vermisstendatum laut der offiziellen Benachrichtigung. Weil ich das auch von In-grid
Hartmetz (geb. Pfannkuchen), Irmgard Schmelz, Heinrich Pröpper und Peter Hinrichsen weiß, kann man daraus schlussfolgern, dass das Datum der letzten Nachricht, die man von den Angehörigen vorher erfragte, von den deutschen
Dienststellen nachträglich als das Ver-misstendatum angegeben worden ist. Um sie alle sind in den langen Jahren der Ungewißheit viele Tränen geweint worden von ihren Frauen, Kindern, Bräuten, Müttern, Vätern, Brüdern, Schwestern, Angehörigen, Freunden und Kameraden. Und auch nach 60 Jahren hat noch kaum einer von ihnen ein würdiges Grab gefunden, einen Platz, an dem man seiner gedenken kann. Von einigen von ihnen stehen die Namen auf den Tafeln an der Gedenkstätte in Rossoschka im ehemaligen Kessel von Stalingrad. Aber als Trost steht da auch: VIELE BLEIBEN UNBEKANNT GOTT KENNT IHRE NAMEN. |