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2. DIE ARMEEFELDPOSTMEISTER (APM)
Sie waren, wie schon der Name dieser Dienststelle aussagt, beim Stab des Oberquartiermeisters (OQu) in einem Armeeoberkommando (AOK), fallweise auch
bei einer Heeresgruppe, eingesetzt. Weiters wurden im Zuge der Kriegsereignisse für bestimmte Aufgaben oder Kriegsgebiete besondere Armeefeldpostmeister verwendet. So z. B. war der APM Nord in Berlin für die Feldpostversorgung
der in Norwegen, Finnland und Dänemark eingesetzten und stationierten Verbände zuständig.
Die Ausdehnung des Kriegsgebietes im Osten machte den Einsatz des APM Ost mit Sitz in Warschau notwendig, der die Feldpostversorgung der Truppe in
Zusammenarbeit mit den zuständigen militärischen Dienststellen (z. B. Transportoffiziere) im Rücken der gesamten Ostfront zu organisieren hatte. Den Armeefeldpostmeistern unterstanden die Armeefeldpostleitstellen (AFpLST), die Armeebriefstellen (ABST) in sämtlichen Belangen, sowie die Feldpostämter im zuständigen Armeebereich, jedoch nur in fachlicher Hinsicht. Truppendienstlich unterstanden diese den Kommandos der Divisionen oder Armeekorps, die je nach militärischem Erfordernis deren Einsatz befehligten. Meist standen dem APM aber mehrere FpÄ zur besonderen Verwendung zur Verfügung, welche die Aufgaben abgezogener FpÄ zu übernehmen hatten.
Die Dienststelle eines Armeefeldpostmeisters wies im allgemeinen folgende personelle Besetzung auf:
1 APM im Rang mindestens eines Feldpostrates 3 Beamte des höheren Dienstes 3 Beamte des gehobenen Dienstes 3 Beamte des mittleren Dienstes
und 4 Beamte des einfachen Dienstes — also zusammen 14 Mann.
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3. DIE ARMEEBRIEFSTELLEN (ABSt)
Die Armeebriefstellen hatten im wesentlichen zwei Aufgaben zu bewältigen: 1. die Bearbeitung der Heerespost innerhalb der zuständigen Armee, zwischen den Armeen
oder verschiedenen Kriegsschauplätzen und jener für die Heeres- und Armeetruppen bestimmten Post; 2. die Bearbeitung der Feldpost mit unvorschriftsgemäßer, falscher oder ungenügender Anschrift sowie unanbringlicher oder
beschädigter Sendungen.
Wegen des Umfangs und der damit verbundenen vielfältigen Kleinarbeit, die außerdem noch raschestmöglich zu bewältigen war, sah die Kriegsstärkenachweisung (KStN) einen Personalstand für eine
ABSt von 59 Mann vor.
Die Standorte der ABSt lagen meist in unmittelbarer Nähe zur Dienststelle des Armeefeldpostmeisters, schon allein wegen der laufenden und schnellen Information über die Änderung der
Truppenstandorte. Ein weiteres Kriterium bestand in der Notwendigkeit von günstigen Verkehrsverbindungen in alle Richtungen. Insgesamt 17 Armeebriefstellen sind bekannt, die auf allen Kriegsschauplätzen tätig
waren. Die K.St.N. sah für die ABSt folgendes Personal vor: 1 Leiter (FpAm oder FOPI), 6 Beamte des gehobenen Dienstes, darunter nicht mehr als 2 FOPI, 22 Beamte des mittleren Dienstes, darunter nicht mehr als 10
FOPS oder FpS, 24 Beamte des einfachen Dienstes, 6 Fp-Kraftwagenführer 59 insgesamt. Diese Besetzung wurde jedoch nur im Westen eingehalten. Alle anderen ABSt hatten nur 4 Beamte des gehobenen Dienstes, darunter
1 FOPI, und 6 FpS. Die geringere Zahl an Beamten im Offiziersrang wurde durch Beamte des einfachen Dienstes ausgeglichen.
4. DIE FELDPOSTLEITSTELLEN (FpLSt)
Die Feldpostleitstellen hatten die Aufgabe, die bei den Postämtern aufgegebene und über die Postsammelstellen (PSSt) zu den Postleitpunkten (PLP) gebrachte Heimatpost
in den Gewahrsam der Feldpost zu übernehmen und an die Feldpostämter weiterzuleiten. Sie waren also Transport- und Umschlagstellen, wobei der Transport des Postgutes nicht allein der Bahn, sondern je nach Lage und
Möglichkeit auch allen anderen Transportmitteln, vorwiegend dem Lkw, überlassen wurde. Der Standort einer FpLSt, über die jede Armee im Normalfall verfügte, befand sich ebenfalls an den Verkehrsknotenpunkten von Bahn und Straße
wie jene der Armeebriefstellen, mit denen naturgemäß eine enge Zusammenarbeit bestand. Nach der K. St. N. war für die FpLSt folgendes Personal festgesetzt: 1 Leiter (FpAm oder FOPI), 4 Beamte des gehobenen Dienstes,
darunter 1 FOPI, 8 Beamte des mittleren Dienstes, darunter höchstens 3 FOPS oder FpS, 31 Beamte des einfachen Dienstes, darunter mindestens 5 Kräfte, die im Kraftwagenführerdienst ausgebildet waren, 1 Fp-Werkführer im
Kraftwagendienst, 9 Fp-Kraftwagenführer, An Personal waren somit insgesamt 54 Mann vorgesehen.
Eine Sonderform der Leitstelle bildete sich im Osten aus den besonderen Verhältnissen des Mittel- und Südabschnitts
heraus in Gestalt der beiden HFpLSt 2 und 3. Während die Nordfront lange Zeit erstarrt war - einerseits durch die Belagerung Leningrads, andererseits durch die kaum zu überwindenden Urwälder und Sümpfe -, dehnten sich
Mittel- und Südfront immer weiter aus, im Süden allmählich bis zum Kaukasus. Die dadurch immer größer werdenden Entfernungen und zu versorgenden Räume zwangen die APM der HGr Mitte und Süd, ihre FpLSt immer weiter vorzuziehen.
Es mußten daher für die Aufrechterhaltung der rückwärtigen Verbindungen neue Lösungen gefunden werden. Zunächst verstärkte man die an den Knotenpunkten des Feldpostnachschubs eingesetzten FpLSt durch zukommandierte FpA
z. b. V. und andere Kommandos. Daraus entstanden im März 1942 die beiden großen Fp-Nachschubzentralen, die FpLSt Mitte mit 63 Mann und die FpLSt Süd mit 79 Mann. Diese wurden im Mai 1943 unter Auflösung der bisherigen
Kommandos und FpÄ z. b. V. Als HFpLSt 2 und 3 etatisiert. Ihren Einsatz bestimmte allein der HPM. In der K. St. N. war für die HFpLSt folgendes Personal vorgesehen: 1 Leiter (FpOAm), 1 FOPI, 4 FpI, 4 FpS, 8
FpAss, 52 Beamte des einfachen Dienstes, darunter 6 Kraftwagenführer, 2 Stabshelferinnen, 72 insgesamt.
Man beachte dabei, daß in dem Einsatz von Stabshelferinnen im Jahre 1943 die zunehmende Personalnot zum Ausdruck kommt, unter deren drückenden Auswirkungen man den
Einsatz weiblicher Kräfte selbst in den rückwärtigen Gebieten des Ostens in Kauf nahm. Kannapin führt in seinem Werk fünf Haupt-Feldpostleitstellen und 22 Neben-Feldpostleitstellen an.
5. DIE FELDPOSTÄMTER (FpÄ)
Die Aufgabe der Feldpostämter bestand nicht nur aus dem Empfang der Heimatpost von den Feldpostleitstellen und der Ausgabe an die Truppe und umgekehrt, sondern
auch aus der Abwicklung sonstiger Feldpostdienste wie Geldverkehr, Einschreibsendungen u. dgl.
Ihren Einsatzort bestimmten die zuständigen militärischen Kommandobehörden bis zur Division abwärts; er befand sich naturgemäß in der Nähe des Stabes und
besonders in Verbindung mit den Verpflegungslagern, so daß die einzelnen Truppenteile in ihren Versorgungs- und Nachschubtransporten zur Front gleich die Feldpost empfangen und an die vorderste Front mitnehmen konnten.
Der Personalstand eines Feldpostamtes betrug 18 Mann und setzte sich folgenderweise zusammen: 1 Feldpostmeister (Feldpost-Oberinspektor), 1 Beamter des gehobenen
Dienstes (Feldpostinspektor), 4 Beamte des mittleren Dienstes, 8 Beamte des einfachen Dienstes und 4 Kraftwagenfahrer. Während des späteren Kriegsverlaufes wurde die Kopfstärke auf 14 reduziert.
Ein Divisions-FpA hatte durchschnittlich 100 Feldpostnummern zu versorgen, meistens mehr, wobei jede Nummer einer Truppeneinheit in Kompanie- bzw. Batteriestärke
zugeteilt war. Dies bedeutete, daß die 18 Mann (oder weniger) täglich 150 — 200 Beutel Brief- oder Päckchenpost zu bearbeiten hatten. Die Leistung dieser an der vordersten Linie der Feldpoststafette tätigen Männer
kann daran ermessen werden, daß die normale Kriegsstärke einer (Gebirgs-)Division 17 000 Mann betrug, deren einzige Verbindung mit der Heimat aus Briefen, Karten und Päckchen bestand. Es gab weder Fernsprech- noch
sonstige Nachrichtenverbindungen und so oft es die Situation an der Front zuließ, wurde den Lieben daheim geschrieben, schon allein um ein Lebenszeichen zu geben und die Sorgen der Angehörigen zu Hause zu
mildern.
Der umfangreichen Aufgabenstellung eines Feldpostamtes entsprechend war die Ausstattung mit Stempeln aller Art, wie:
- Tagesstempel ohne Kenn-Nr. (Faust- und Hammerstempel) mit Unterscheidungsbuchstaben (Ub) in alphabetischer Reihenfolge,
- Tagesstempel mit Kenn-Nr. für eingeschriebene Sendungen,
- Postanweisungs-Nummernstempel,
- Postanweisungsstempel mit besonders zugeteilten Unterscheidungszeichen,
- Maschinen-Tagesstempel (Brüssel),
- Gummistempel für Fp-Päckchen (ab 1941) »Bei der Feldpost eingeliefert«.
Diese Stempel für den posttechnischen Dienst wurden von den Reichspostdirektionen beigestellt. Der Dienststempel (Briefstempel) hingegen mit der
Umschrift »Dienststelle Feldpostnummer...« und Hoheitszeichen gehörte zur truppendienstlichen Ausrüstung und wurde von der zuständigen Einheit über Anforderung auf dem Dienstweg ausgefolgt. Weiters mußte folgende
postalische Grundausrüstung in jeder Dienststelle vorhanden sein : - Postsäcke, - Beutelfahnen, - Vorbindezettel, - Formblätter aller Art, - Zahlkarten, - Einschreibformulare und -zettel und vielerlei
mehr, was zur praktischen Abwicklung der Feldpost notwendig war. Nicht zu vergessen ein eiserner Bestand an Postwertzeichen für den mit Inlandsgebühren freizumachenden Päckchen- und Postanweisungsverkehr. Die Höhe
dieses Bestandes änderte sich im Verlauf des Krieges nach oben. 1939 wurde er per Verfügung mit 300 RM festgesetzt; 1942 betrug er bereits 6 000 RM, eine nicht unbeträchtliche Summe, die dem zivilen Postdienst
entsprechend auch verwaltet und abgerechnet werden mußte. Schließlich kam nach Einführung des Luftpost- und eingeschränkten Päckchendienstes die Ausrüstung an Zulassungsmarken zur Verteilung bei der Truppe hinzu.
6. Feldpostpersonal Die Postbeamten in Wehrmachtsuniform waren gemäß
Feldpostvorschrift (FpV) zunächst lediglich Beamte auf Kriegsdauer. Diesbezüglich heißt es in FpV Nr. 31: Die Feldpostbeamten sind für die Dauer ihrer Verwendung im Feldpostdienst Wehrmachtsbeamte. Sie erhalten Soldbuch und
Erkennungsmarke. Ihre Einberufung erhielten sie von den Wehrmachtsdienststellen mit Angabe von Zeit und Ort der Meldung im Mobilmachungsfall, meist waren dies militärische Kraftfahr-Ersatzabteilungen im Bezirk der
jeweiligen Ausrüstungs-Reichspostdirektion. Ab Mai 1943 war es dann die zentrale Feldpostersatz- und Ausbildungsabteilung in Meierhöfen bei Karlsbad.
Den nachgeordneten Dienststellen wurden die Kraftfahrzeuge entsprechend der Kriegsausrüstungsnachweisung von der Reichspost beigestellt, deren Kosten aus dem
Kriegshaushalt erstattet wurden. Im einzelnen betrug der Sollstand an Kraftfahrzeugen mit dem taktischen Zeichen der Feldpost, einem liegenden Rechteck mit Diagonalen und darüber die Buchstaben »FP « :
Fuhrpark Armeebriefstellen: - 1 schwerer Kraftomnibus - 2 leichte Lkws mit geschlossenem
Aufbau - 1 schweres Kraftrad mit Beiwagen
Fuhrpark Fp-Leitstellen: - 1 leichter Lkw - 9 leichte Lkws mit geschlossenem Aufbau.
Fuhrpark Feldpostämter: - 1 mittlerer Kraftomnibus (Kom) mit eingebauter
Büroeinrichtung für den Schalterverkehr und mit Verteilfachwerk - 1 mittlerer Pkw - zwei mittlere Lkw (2 t-Güterpostwagen oder Landkraftpostwagen).
Die erst im späteren Kriegsverlauf aufgestellten Haupt-Feldpostleitstellen waren mit vier Kfz ausgerüstet.
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